Waldwild-Beispielreviere Exkursion Schwarzwald

Seit 2018 sind wir mit dem Betriebsteil Brabecke eines von deutschlandweit 20 Beispielrevieren, in denen es gelingt einen Lebensraum angepassten Wildbestand zu erreichen und auch über Jahre zu halten.

Ende Mai 2019 lud Dr. Hermann Rodenkirchen uns zu einer Exkursion in seinem Forstbetrieb im Schwarzwald ein. Ein Großteil der oben genannten 20 Reviere war vor Ort, so dass es zu interessanten Diskussionen kam und alle von den unterschiedlichen Erfahrungen und Herangehesnweisen unter unterschiedlichen Bedingungen profitieren konnten.

Das Revier von Dr. Rodenkirchen umfasst circa 230 Hektar arrondierte Betriebsfläche. Der Betrieb wurde vor 25 Jahren übernommen und praktisch mit Übernahme auf eine naturgemäße Bewirtschaftung umgestellt. Damit einhergehend wurde auch die Bejagung umgestellt mit dem Ziel vor allem die Weißtanne natürlich auf ganzer Fläche in die Verjüngung zu bekommen.

Dieses Ziel ist definitiv erreicht worden. Auf einer Lothar-Sturmwurffläche fanden sich 10 Jahre nach dem Störereignis sogar 12 wirtschaftlich nutzbare Baumarten. Die Weißtanne ist überall im Revier naturverjüngt und kaum verbissen zu sehen. Ein struktur- und artenreicher Mischwald entwickelt sich. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel und die steigende Unsicherheit auch bezüglich biotischer Schadeinflüsse, für die Zukunft beruhigend.

Die Waldbilder, die man im Forstbetrieb Großer Grassert sehen kann, sind beeindruckend und sollten auch Eigentümern von kleineren Revieren Zuversicht geben, dass auch dort eine engaierte Bejagung innerhalb relativ kurzer Zeit sichtbare Erfolge verspricht. Die berühmte „Vakuumtheorie“, nach der ein lokales absenken der (Reh-)Wildbestände innerhalb kürzester Zeit durch Nachzug aus den umliegenden Bereichen kompensiert wird, scheint hier nicht zu greifen.

Insgesamt trotz der weiten Anreise ein absolut lohnender Tag. Neben den konkreten Waldbildern war vor allem der Austausch über die teilweise komplett unterschiedlichen jagdlichen Ansätze spannend. Wieder einmal wurde deutlich, dass es hier kein Patentrezept gibt, sondern jeder Betrieb, die dort passende Strategie finden muss.

Sollten Sie Interesse an unserer Antwort auf die Frage haben, wie wir die jagdlich organisiert sind und was sich daraus für den Wald ergibt, sprechen Sie uns gerne an, wir sind gerne bereit unser Revier zu zeigen.

 

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